Rebound-Strategie: Der Bollinger-Rebound
Die Strategie "Bollinger-Rebound" nutzt die Eigenschaft von Aktien, dass sich extreme Kursverläufe mit starken Ausschlägen wieder normalisieren. Aktien, die ohne neue Nachrichten, während des Handels deutlich außerhalb der Bollinger Bänder notieren, zeigen oft einen starken Drang wieder in die Bänder hineinzulaufen.

Bollinger Bänder und Statistik

Die Bollinger Bänder werden wie folgt mit der statistischen Größe "Standardabweichung" kontruiert. Um einen gleitenden Durchschnitt werden Bänder mit einem Abstand von 2 Standardabweichungen eingezeichnet. Etwa 95% der Kurse bewegen sich statistisch innerhalb dieser beiden Bänder.

Rebound-Trading versprüht einen hohen Reiz. Aktienmärkte, die sich in Abwärtstrends bewegen, starten regelmäßigen zu explosiven Gegenbewegungen. Kurszuwächse von über 10% in zwei Handelstagen oder sogar innerhalb weniger Stunden sind dabei keine Seltenheit. Es lohnt sich deshalb den Verlauf von Reboundbewegungen näher zu untersuchen. Rebound-Trading muss diszipliniert und nach strengen Regeln durchgeführt werden, denn wenn die Spekulation auf eine Gegenbewegung im Abwärtstrend nicht aufgeht, läuft die Position schnell und deutlich ins Minus. Es gibt ein effektives System, das die Risiken für Rebound-Trades minimiert. Sie benötigen als Werkzeug lediglich dreimonatige Candlestick-Charts mit Bollinger Bändern und das Wissen über die "magische Verlustmarke".

Das Wissen um die magische Verlustmarke

Die "magische Verlustmarke" trägt der Beobachtung Rechnung, dass jeder Markt seinen eigenen Charakter besitzt. Selbst in einer panischen tendieren Marktsegmente Verlustgrenzen auszubilden, die intraday kaum überschritten werden. Im deutschen MDAX ist die Marke von -10% eine dieser magischen Verlustschwellen. Sofern keine negativen Unternehmensmeldungen vorliegen, findet nur sehr, sehr selten ein stärkerer Abverkauf statt. Anteilseigner verkaufen bei einem Tagesminus von 10% nur noch sehr ungern Aktienbestände, auch wenn die Welt gerade noch so düster aussieht. Viel eher sind Institutionelle und Investoren bereit auf Schnäppchenjagd zu gehen und stützend auf den Kurs einzuwirken. Jedes Marktsegment und jede Marktphase hat andere "magischen Verlustmarken". Sie werden das sehr schnell beobachten, an welchen Verlustschwellen Reboundtendenzen einsetzen.

Trading mit der Strategie "Bollinger-Rebound" erfolgt nach folgendem Prinzip:

    1. Aktien und Markt "testen" nach Rebound-Kaufsignal
    2. Beobachten, ob sich eine Kurserholung einstellt
    3. Wenn keine Kurserholung stattfindet, wieder verkaufen

Die Kunst bei der ganzen Sache besteht darin, kein Geld mit dem Testen von Positionen zu verlieren. Wenn man mehrere Tage infolge Positionen aufbaut, erwischt man zwangsweise irgendwann eine kräftige Gegenbewegung wenn die Bullen wieder etwas Mut schöpfen. Die entscheidende Frage ist jetzt natürlich: Wann liegt ein Rebound-Kaufsignal vor?

Definition der Trading-Strategie

Die Trading-Strategie Bollinger-Rebound definiert ein Rebound-Kaufsignal mit zwei Komponenten: Die Aktie muss erstensintraday weit außerhalb der Bollinger Bänder notieren und zweitens muss sie sich in der Nähe der magischen Verlustmarke befinden. Wenn die Aktie am Vortag bereits unterhalb des unteren Bollinger Bander geschlossen hat, muss die magische Verlustmarke nicht ganz erreicht werden. Es reichen beispielsweise auch sieben Prozentminuspunkte. Stärkend auf die Signalstärke wirken:

    1. Schnelle Kursrutsche durch Stopp-Loss Orders oder eine große Verkaufsorder
    2. Umsatzarme Kursrutsche gleich zu Handelsbeginn, weil kaum Geldseiten vorhanden sind
    3. Der offensichtliche Bruch einer wichtigen charttechnischen Marke, die von vielen Börsianern als Verkaufssignal interpretiert wird. Zum Beispiel ein horizontaler charttechnischer Widerstand.

Trading-Beispiel: Rebound bei ADVA

Die Aktie notiert zehn Prozent im Minus und knapp 7% unterhalb des unteren Bandes. Das Reboundsignal liegt vor. Es folgt der Einstieg. Der Trade wird abgebrochen, wenn:

    a) die Aktie gegen Handelsende immer noch bei minus 10% notiert und keine Erholungsbewegung eingesetzt hat.
    b) am nächsten Tag wenn Gesamtmarkt stark nach unten zieht.
    c) am nächsten Tag wenn die Aktie wieder Richtung Einstiegsniveau fällt.

Bollinger Rebound Trading

Das Ziel beim Rebound-Trading besteht darin eine Sequenz mehrer Rebound-Trades erfolgreich abzuschließen. Irgendwann in einem Abwärtstrend erholt sich der Markt drei bis fünf Tage. Reboundpositionen legen dann meist in einer Größenordnung von 10 bis 20 Prozent zu. Im Idealfall läuft es so: Man hat zwei Reboundpositionen aufgebaut. Der Gesamtmarkt wird von starken Käufen beflügelt und zieht nach oben. Die Reboundpositionen notieren etwa 5% im Gewinn. Der Gesamtmarkt tendiert weiter nach oben. Scheinbar lag ein stark überverkaufter Zustand vor, der die Marktakteure weiter zu Käufen verleitet. Man kann jetzt weitere Reboundpositionen mit Aktien aufbauen, die von der breiten Reboundbewegung am Gesamtmarkt bislang noch nicht erfasst wurden. Jetzt befinden wir uns mit vier oder fünf Aktien im Markt. Glücklicherweise hält die Erholungsbewegung im Abwärtstrend drei Tage an. Die eingegangenen Reboundpositionen liegen zwischen 5 und 15% im Gewinn. Weil die Abwärtstrends immer noch intakt sind und das Erholungspotential vorerst ausgeschöpft wurde, kann man die Aktien jetzt mit gutem Gewissen verkaufen!

Das allerwichtigste beim Rebound-Trading ist, dass man sich aneignet den Markt und einzelne Aktien auf Reboundfähigkeit zu testen, ohne dabei Geld zu verlieren! Das ist extrem schwierig, aber mit der Zeit bekommt man Übung!

Bollinger mit der TraderFox Börsensoftware

Der "TraderFox Aktien-Screener" zeigt in Echtzeit alle Aktien an, deren Kurs deutlich unterhalb der Bollinger Bänder notieren und ordnet diese Liste nach dem prozentualen Abstand zum unteren Bollinger Band. Damit haben Sie immer die richtigen Aktien im Blick, die für einen Bollinger-Rebound in Frage kommen.

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Handelssignale
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